Warum ruinieren Menschen ihre Gesundheit?

Keine Aufgabe im Leben soll auf deine Kosten gehen und deine körperliche oder seelische Gesundheit beeinträchtigen.

Diesen Post las ich die Tage auf Instagram. Ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich das unterschreiben kann, denn es klingt ja erst einmal richtig gut.

Das würde ja bedeutet, sobald der Körper oder die Seele anfängt, Symptome zu zeigen, ich für mich schon nicht mehr auf dem richtigen Weg bin. Von der Stresstheorie ausgehend würde das bedeuten, sobald der Schlaf gestört ist, ich nicht mehr ein- oder durchschlafe, sobald ich regelmäßig Kopf- oder Rückenschmerzen habe, oft Erkältungen bekomme, den Appetit verliere oder nur noch „fettsüßkohlehydrtatreich“ esse, es ein Summen im Ohr höre oder meine Laune sich verschlechtert und mein Ärgerpegel steigt, dass ich aufhören sollte das zu tun, was ich gerade tue. Wenn das mal so einfach wäre.

Ich arbeite oft in Konzernen zum Thema Healthy Leadership – und was ich dort erlebe, ist oft das Gegenteil. Die roten Lämpchen des Körpers und der Seele werden schon wahrgenommen – aber ignoriert.

Anders als beim roten Lämpchen beim Auto, bei dem man sofort in die Werkstatt fährt oder zumindest im Handbuch nachguckt, was der angezeigte Code jetzt bedeutet, fährt man bei den Warnzeichen bei sich selbst einfach weiter. Beim Auto weiß man ja auch, wenn man weiterfährt, kann das teuer werden…

Kennst du das? Hältst du für dich an, wenn du merkst, dein Körper geht auf Alarm? Ruhst du dich aus? Oder hetzt zu weiter, um das Projekt noch fertig zu kriegen, die schier endlose to-do-Liste abzuarbeiten, dieses Event nicht zu verpassen und und und?

Es gibt diverse Gründe, nicht innezuhalten:

FOMO – fear of mission out. Wir sind soziale Wesen und wollen gern dabei sein. Es gibt ja auch so viel zu entdecken und zu tun. Die sozialen Medien verleiten zusätzlich dazu, immer „on“ zu sein, zu liken, mitzureden, selbst zu posten. Da kann ich als Onlineentrepreneurin ein Lied von singen.

Die eigenen WERTE zu erfüllen. Das kann uns anregen oder überstrapazieren. Wenn Status für dich ein hoher Wert ist, mußt du ja fast immer dabei sein, Leistung bringen, die nächste Prämie bekommen, das nächste Ziel erreichen, koste es, was es wolle. Ist dir Familie wichtig, willst du natürlich genug Geld verdienen, um diese versorgen zu können. Wenn Wettbewerb für dich etwas ist, was dich anspornt, kann es schon mal leicht passieren, über die eigenen Grenzen zu gehen, weil der Sieg, das Ende des Projekts, der mögliche Vertragsabschluss etc. doch so nah ist.

GIER kann ein Treiber sein. Du weißt ja, ich arbeite mit Menschen, die die Blockaden in ihrem Geldbewusstsein lösen wollen, um ihren Umsatz zu steigern. Gutes Geld zu verdienen macht auch Sinn. Und Geld braucht einen Zweck, der am besten mit dem, was wichtig ist, verbunden ist. Wenn man außer sich ist, und das ist man, psychologische betrachtet, bei der Gier, wird es sehr stressig und im Zweifel strengt man sich ohne Sinn und Verstand an, mehr Geld anzuhäufen, ohne mit sich und seinen Bedürfnissen verbunden zu sein und um Dinge zu kaufen, die einen letztendlich nicht zufrieden machen.

Manchmal ist der Bogen so überspannt, da kommt man gar nicht so schnell wieder runter, was viel im Urlaub merken.

Soll ich denn jetzt immer auf dem Sofa bleiben, um ja nicht in Stress zu kommen, wirst du dich vielleicht fragen. Natürlich nicht.

Wie immer, geht es um die Balance. Und im Grunde um Selbstliebe.

Würdest du ein von dir geliebtes Wesen überstrapazieren? Würdest du es ständig antreiben? Würdest du es krank zur Arbeit, in die Schule, in die Kita schicken? Würdest du diesem geliebten Wesen ausreichend Schlaf verweigern? Schlechtes Essen zumuten? Keine Luft zum Atmen mehr lassen?

Natürlich würdest du es nicht!

Und ja, es ist eine tägliche Herausforderung 🙂 in die Selbstliebe und Selbstfürsorge zu gehen. Und es ist eine lohnende Freundschaft.

Ich bin gut zu mir, in dem ich liebe, was ich tue, mich viel bewege (bei einem Hund ja auch leicht…), schwimmen gehe, mit Freund*innen schnacke, auf guten Schlaf achte, ätherische Öle von DoTerra als wunderbare Ergänzung einsetze, Mußezeiten einplane und mir selbst eine gute Freundin bin. Und ich gebe zu, manchmal höre ich ihr nicht so zu – was sich aber schnell rächt.

Ich bin ja der einzige Mensch, der bis zum Ende meines Lebens am meisten mit mir zusammen ist.