Eine Krise ist eine existentielle Erfahrung, die an den Grundfesten eines Menschen rütteln kann. Alles, was bisher als richtig und sicher galt, ist in Frage gestellt. Die Welt steht Kopf. Ganz unabhängig davon, wodurch die Krise ausgelöst wurde, sei es durch die aktuelle Weltenlage mit Covid-19, durch eine Krankheit, dem Tod eines nahen Menschen oder durch eine wirtschaftliche Dürrezeit im eigenen Geschäft – eine Krise raubt einem den Schlaf und den letzten Nerv.

Krise als Chance

Da hilft auch nicht das Klugschnacken* von Menschen, die sagen:“ Sieh deine Krise doch einfach als Chance!“. Wenn man gerade so richtig dick drinsteckt, klingt das wie Hohn in den Ohren. Oft wird dann erwähnt, dass im Chinesischen das Wort Krise zwei Bedeutungen hat, nämlich Krise und Gelegenheit/Chance. Als würde das weiterhelfen, wenn man gerade, wie ein Kunde von mir, ziemlich gebeutetl ist und von sich sagt:“Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels. Für mich ist es die heftigste Zeit meines Lebens“.

(*Ein Klugschnacker ist ein Besserwisser).

Eine Krise hat keine Abkürzung

Es gibt unterschiedliche Phasen in einer Krise, die manchmal auch innerhalb eines Tages durchlaufen werden. Je mehr Resilienz, seelische Wiederstandskraft, man aufbaut, desto schneller kommt man durch eine Krise hindurch. Das Gute daran ist, Resilienz lässt sich lernen.

Phase 1

Sie ist gekennzeichnet vom Kopf in den Sand stecken

Das kann doch nicht sein, dass ein Virus aus China soviel Einfluss in Europa hat. Das kann doch nicht sein, dass ich die Krankheit bekommen habe, wo ich doch immer gesund gelebt habe. Das kann doch nicht sein, dass mein Großkunde mir meine Workshops absagt, nur weil er ein neues Sparprogramm für sich etabliert hat. Ich will das einfach nicht wahrhaben.

Morgen werde ich aufwachen und dann stellt sich raus, dass das alles nur ein schlechter Traum war. So wirst du vielleicht denken. 

Phase 2

Hier kommt die Wut, der Groll, der Ärger und die Schuldzuschreibung

Und dann haut es dir wie ein Dampfhammer vor den Kopf. Du merkst, dass diese ungewollte Veränderung sich nicht in Luft auflöst. Das kataultiert dich direkt in Phase 2, wo du vor Wut und Ärger schäumst.

Oft wird hier nach einem Schuldigen gesucht – der Regierung, der Chef, die Chemieindustrie, der Ehepartner – die Sündenböcke sind schnell identifiziert.

Psychologisch betrachtet hilft diese Schuldzuschreibung zuerst am Anfang sogar, da man sonst die Ohnmacht, die jetzt auftaucht und „hallo“ sagt, und die so oft hinter den Wutausbrüchen steckt, spüren würde.

Den Bock in die Wüste schicken

Es gibt eine Geschichte über die Israeliten, die das mit dem Sündenbock clever gelöst haben. Sie trafen sich einmal im Jahr, um allen Ärger, Verfehlungen und Sünden symbolisch auf Post it’s zu schreiben. Diese wurden dann an einen Ziegenbock geheftet, der weggejagt wurde. Sie haben sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Sündenbock gesucht, der dann in die Wüste geschickt wurde. Eine kollektive Entlastung der Seele. 

Phase 3

Hier bekommst du den Blues.

Irgendwann wird einem klar, dass es auf Dauer nicht hilft, den anderen die Schuld für die eigene Misere zu geben. Dann kommt die dritte Phase, die Trauer oder Depression.

Depression heißt ersteinmal nichts anderes, als niedergedrückt zu sein. Jeder Mensch hat dieses Gefühl mindestens einmal, oft mehrmals, in seinem Leben erlebt. Das ist die Zeit, in der man oft am meisten Trost bekommt und alle einen für ein armes Hascherl halten. Das tut gut und ist auch einer der Gründe, warum manche Menschen in dieser Phase steckenbleiben. Sie erleben sich als Opfer der Situation und bekommen immer wieder positive Aufmerksamkeit, wenn sie ihr Leid immer und immer wieder darstellen.

Und, Hand aufs Herz, wer kennt nicht diesen Moment, einfach mal zu jammern, weil die Aufträge ausbleiben, die Mitarbeiterin gekündigt hat, oder einem Covid-19 mit den wirtschaftlichen noch unabsehbaren Folgen Angst macht. Und Covid-19 kann noch mehr.

Corona und die posttraumatische Belastungsstörung

Der durch eine Krise ausgelöste Stress kann schlimmstenfalls in eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) führen, die von Schlafstörungen, Gefühlen von Sinnlosigkeit und Null Bock Stimmung geprägt ist. 

In der Fachliteratur wird gerade diskutiert, ob Covid-19, durchaus eine Krisensituation, Menschen in eine PTBS führt. Sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Angstzustände, Depression, geringere Schwingungsfähigkeit in dem Gefühlsspektrum, Hoffnungslosigkeit, Müdigkeit, zunehmendes Desinteresse, psychosomatische Krankheiten – all diese Symptome können auch noch auftreten, selbst, wenn die Krise längst vorbei ist. 

Wenn du nachguckst, wirst du viele Artikel dazu im Netz finden, wenn du nur „Corona & PTBS“ eingibst.

Phase 4

Hier guckst du schon mal vorsichtig in die Zukunft.

In Phase 4 fängt man tatsächlich an, darüber nachzudenken, ob die Krise nicht eine Chance für einen ist. Weniger Geschäftsreisen machen zu müssen, seine Angebote stärker online zu anbieten zu können, die gute Entschuldigung zu haben, nicht auf jeder ungeliebten Feier dabei sein zu müssen, sein Business aufzuräumen, Beziehungen zu klären, Zeit für sich nehmen zu können – die Liste ist lang. 

Hier erst kann der Kopf übrigens wieder klar denken. Vorher geht es mehr darum, super gut für sich zu sorgen, sich möglichst viel zu entspannen, gute Berater*innen ins Boot zu holen, gut zu essen, sich Zeit zu lassen und viel zu schlafen. 

In Phase 4 kann man mit der Definition von Krise als Chance das erste Mal etwas anfangen. Diese Phase ist eine Weggabelung, in der man auch wieder Entscheidungen treffen kann, was vorher schwerer möglich war.

Es eröffnen sich deine Möglichkeitsräume und warten auf deine Gestaltung

Phase 5

Hier geht es um Akzeptanz der Veränderung.

Du entwickelst neue Geschäftsideen, siehst hoffnungsvoller in die Zukunft, lernst mit der Krankheit zu leben, verliebst dich neu. Oft wird das Lebensgefühl nach einer Krise deutlich positiver eingeschätzt als vor einer Krise. Du bist reicher geworden – durch die Erfahrung, durch die neuen Produkte und Angebote, durch das gute Mentoring, das du dir gegönnt hast. 

Was eine Kirche in Leipzig mit der Krise zu tun hat

 

Ich möchte dir eine persönliche dazu Geschichte erzählen:

Ein Bild für mich für die jetzige Zeit war das Inneren der Kirche in Leipzig, wo ich mich gerade mit meiner Mastermind-Gruppe getroffen hatte. 

Das Foto ist von dem Love-Coach Olaf Schwantes gemacht worden.

Erst war ich erschrocken wegen der Leere, den herausgenommenen Kirchenbänken, den mit großen Abstand stehenden Stühlen.  (Phase 1)

Nichts ist mehr so, wie es mal war, dachte ich etwas wehmütig und staunend zugleich. (Phase 3)

Ich ließ ich diese Leere auf mich wirken, die dann von den Stimmen eines Chores, der gerade probte, erfüllt wurde. (Phase 4)

Neue Möglichkeiten, schoß mir durch den Kopf.

Dann fiel mein Blick auf die Kirchenfenster. Ich liebe Kirchenfenster, weil sie so kunstvoll und bunt sind und das durch sie durchfallende Licht die Transformation, die möglich ist, spürbar werden lassen. (Phase 5)

In dieser Kirche waren die Fenster-Mosaiken, dort, wo welche zerstört waren, einfach durch graue Fensterscheiben ersetzt worden.

Ob diese Lösung nun aus pragmatischen Gründen gesucht wurde, weil man keine Wert darauf gelegt hatte, die ursprüngliche Schönheit wieder herzustellen, ob es einfach der Mangel an Geld war oder der Unwillen, Geld dafür auszugeben, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht hatte man schlichtweg nicht das Können dafür und hätte eine alte Technik neu lernen müssen. (Phase 2)

Diese Kirchenfenster erschienen mir ein Sinnbild dafür, wie man mit einer Krise umgehen kann und ob man gewillt ist, das Leben wieder bunt sein zu lassen.

Erst, wenn man vieles von dem, was ich in meinem Kurs Krisenheldin, für sich als Ressource entdeckt hat, erwacht überhaupt erst die Fähigkeit, sich wieder entscheiden zu können, Pläne zu machen, Ziele zu setzen, Neues zu gestalten und Schönheit für sich herzustellen.

Unter Schönheit verstehe ich, sich das Leben so einzurichten, wie es für einen selbst passend ist. Die Gestaltungsmacht, die darin liegt, privat und geschäftlich intensiv zu nutzen. 

Und auch Neues zu lernen. Dafür muss man aber die anderen Phasen sowohl durchlebt als auch bewältigt haben, auch, um aus der Rolle des Opfers in die der Gestalterin zu treten. (Phase 5)

Die Pandemie rüttelt bei Vielen an so vielen gewohnten Bildern

Dinge, die wir für selbstverständlich hielten, sind sie nicht mehr, wie am Beispiel der „unverrückbaren“ Kirchenbänke.

Diese Zeit lädt dazu ein, das, was bei einem persönlich unverrückbar erschien, neu zu denken.

Als wir die Kirche verließen, sah ich eine steinerne, nun glaslose Fensterrose, durch die der Himmel schien.

Ich denke, unser Leben fühlt sich jetzt vielleicht auch so an – manchmal leer, manchmal aufregend, weil wir nun den Rahmen, den wir ja immer noch haben, eine neue Gestalt geben können. 

Das erfordert auch Mut, etwas Neues schaffen zu wollen. Und die Hoffnung auf Zukunft.

Wenn es gelingt, die Phasen in einer Krise gut zu bewältigen, und dazu lädt mein Kurs Krisenheldin ein, wirst du resilienter = krisenfester. Und Resilienz ist übrigens auch ein Schutzfaktor gegen PTBS.

Und was ich gern von dir wissen möchte:

Wo stehst du gerade mit dir und deinem Business?

Ich freue mich auf eine Mail von dir an [email protected]

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