Ich kann mir keine Namen merken

Der Name eines Menschen ist so persönlich und es gibt immer eine Geschichte, wie es zu ihm kam. Eltern versuchen mit dem Namen eine gute Grundlage für ihr Kind zu bilden, wie z.B. mit Felix, der Glückliche oder Katharina, der Reinen, die dann auch noch eine Zarin als Namenvetterin vorweisen kann.

Ruft man auf einer Party voller Menschen einen Namen, kann man sicher sein, das die Namensträgerin sofort reagiert.

Und dann das. Ich kann mir keine Namen merken.

Jetzt ist es raus. Ich kann mir nur sehr schwer Namen merken. Ich habe schon alles versucht, was man da tun kann. Den Namen mit einem Bild verbinden, den Namen singen, den Namen auf einer Karte vor sich liegen haben, ja selbst den Namen tanzen. Ich habe also alle Kanäle von Lerntypen, wie auditiv, visuell oder kinästhetisch ausprobiert. Aber ohne Erfolg. 

Das ist im geschäftlichen Kontext immer etwas unangenehm.

Mein Bruder kann sich Namen super merken und auch noch das Datum dazu, wann er diesem Menschen das erste Mal begegnet ist. Da bin ich raus. 

Die Leseratte wäre froh

Auch an anderer Stelle wäre es ganz praktisch, wenn ich mich an Namen erinnern könnte. Ich würde gern die Namen der Autor*innen der Bücher nennen können, die ich als Vielleserin so schnell verschlinge. 

Ich kann dir das Cover beschreiben und meist kommt mir dann zumindest der Titel in den Sinn, aber leicht ist das nicht. 

Auch hier: ich kann dir locker eine Inhaltsangabe mit den unterschiedlichen Bedeutungsebenen und einer Analyse geben. Darüber hinaus, welchen Wert das für dein Business haben kann. Für den Namen muss dann googeln oder in meine Notizen gucken, denn ich mache mir meist beim Lesen ein Abstrakt des gelesenen Buches. 

Ab und zu ein wenig angeben zu können

Ach, und wenn ich mich gut an Namen erinnern könnte, könnte ich öfters mal so richtig angeben. Ich hatte einen sehr netten Kollegen, der war Meister des Namedroppings.

Wir trafen uns regelmäßig auf Skype zum Masterminden. Dann kam die immer wiederkehrende Situation. Er nannte einen Namen (von einem Menschen, dem er begegnet, oder der offenbar berühmt für eine Sache war), immer passend zu dem Thema, das wir gerade hatten. 

Dann kam sein Satz, nachdem ich gestand, mich an den Namen nicht zu erinnern:

“Ach, die oder den kennst du nicht???“.

Und das Witzige war, wenn ich dann interessiert nachforschte, was der Mensch denn zu sagen hatte oder was seine eigenen Erkenntnisse daraus waren, dann wurde es für den lieben Kollegen etwas eng. 

Oft stellte ich nach unserem Gespräch fest, das ich die Person sehr wohl kannte, Aber den Moment, damit ein wenig anzugeben verpasste ich immer. Und im Grunde ist es mir auch nicht so wichtig. Aber ab und zu etwas Status zu zeigen, fände ich an dieser Stelle auch mal ganz nett.

Wo das Wissen des Namens auch nervt

Ist es dir schon aufgefallen? Das Party-Phänomen, dass du sofort auf deinen Namen reagierst und dich dem Rufenden zuwendest, wird auch bei Verkaufsgesprächen eingesetzt. Hier spricht man wiederholt den Menschen gezielt mit seinem Namen an. Das soll die persönliche Bindung verstärken und Vertrauen fördern.

Wenn jemand das mir gegenüber überzieht, und in jedem zweiten Satz: „Nicht wahr, Frau Schmidt, sehen sie das auch so, Frau Schmidt“ sagt, nervt mich das eher.

Ist dein Name auch eine Prophezeiung?

Mein Name ist Renate – was die Wiedergeborene heißt. Wenn man davon ausgeht, dass der Name eine kleine Prophezeiung für das Leben ist, dann ist meiner gut gewählt. 

Ich habe so viele unterschiedliche Lebenswelten durchschritten, dass man von diversen Wiedergeburten sprechen kann. Sei es z.B. als Siebenmonatskind Anfang der 60er überlebt zu haben, Pastorenfrau und Insulanerin gewesen oder seit über 20 Jahren Unternehmerin zu sein. 

Nomen est Omen. 🙂

Mein Spitzname ist übrigens Rich. Auf den höre ich eher als auf Renate, wenn es zu der oben genannten Partysituation kommt.

Ich kam zu dem Namen, weil die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, meinten, sie wären nach der Begegnung mit mir um ein so vielfaches reicher als zuvor. Ich liebe den Namen Rich, weil er so gut zu den Grundpfeilern meiner Arbeit, das Thema Geldbewusstsein und das im philosophischen Sinne „gute Leben“ passt.

Meine Ausrede

Manchmal entschuldige ich mich selbst damit, dass ich mir ja nicht alle Namen merken kann, weil ich ja so vielen Menschen, offline und online begegnet bin. Mittlerweile kann ich allein auf über 10.000 Coachingsessions zurückblicken und habe, wenn ich meine berufliche Laufbahn überschlage, wirklich viele Menschen in Gruppen als auch einzeln begleitet.

Da kann man ja mal den ein oder anderen Namen vergessen 😉

Wie ich dann aber doch auf den Namen eines Menschen komme

Ich kann mich noch Jahre später an die Geschichte eines Menschen erinnern. 

Ich weiß, wenn ich ihn wiedertreffe in der Regel immer noch, was er mir erzählt hat, was ihn begeistert, was ihn bewegt und wo er seine Herausforderungen hatte. Das ist ganz leicht für mich. Aber der Name…

Glücklicherweise kommt mir der Name dann doch in den Sinn, nachdem ich den Menschen erlebt habe und wir uns begegnet sind.

Und das oft von Herz zu Herz. Dann ist es mit dem Namen leicht 🙂

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