Das Tun, das aus dem Willen heraus entsteht, ist Ausdruck einer persönlichen Kraft, die von Werten untermauert ist. Werte sind der oft unbewusste Treiber, die Motivation aufzubringen, um ins Handeln zu kommen. Das bedeutet, dass jemand, wenn er nichts umsetzt, im Grunde keine Motivation dafür hat, auch wenn er etwas anderes von sich behauptet. Deshalb braucht es eigene Klarheit über die eigenen Werte und Wünsche und die Überzeugung, aus eigener Kraft heraus etwas verändern oder entstehen lassen zu können. 

Ich persönlich liebe dieses Gefühl, das auf Psychologisch Selbstwirksamkeits-überzeugung heißt und zu den Resilienzfaktoren, der seelischen Widerstandskraft, gehört.

Eine Freundin sagte mal zu mir:“Wenn du wirklich etwas willst, schaffst du es auch!“

Und sie hat Recht. Die Betonung liegt auf „wirklich“. Ich will Vieles, habe immer wieder Ideen, aber es wird nicht aus allem etwas. Wenn ich dann in mich hineinblicke, dann ist das Wollen mehr ein „es wäre nett“, aber nicht getrieben von meinen tiefsten Wünschen, die von Werten gespeist sind. 

Nur dann überwindet man die Angst, versagen zu können, wenn man etwas Neues beginnt.  

Meine Grundwerte sind Neugier, Ethik und Freiheit. Ich möchte Dinge ausprobieren und das Leben in seiner Fülle auskosten. Das führte unter anderem dazu, dass ich viele unterschiedliche Lebenswelten durchschritten habe.

Mein Claim eröffnet Lebensräume

Je mehr ich mich mit meinem Claim beschäftige, desto mehr merke ich, wie stimmig er für mich ist. Ich kann eine lange Liste erstellen, wo das Wollen dazu geführt hat, kreative Lösungen zu finden.

So war ich Mitglied einer Motorradgang

Wir hatten unser eigenes Logo, das wir auf unserer Kutte trugen. Meine Mutter fand es gar nicht gut, dass ich den Führerschein Klasse 1 machte, aber ich wollte es einfach, weil ich die Freiheit erleben wollte, die das Motorradfahren mit sich bringt. 

Das Foto machte ich Anfang der 80ziger Jahre. Ich fuhr eine rote Honda CX 500. Unsere Ausflüge sind legendär. Wir hatten einen eigenen Ehrenkodex entwickelt und genossen das Leben in vollen Zügen.

Brügge sehen und sterben

Nach der Ausbildung – ich war schon gleich mit 18 ausgezogen, wollte ich unbedingt reisen, hatte aber kein Geld. Ich entdeckte, dass ich über die Kriegsgräberfürsorge zur Völkerverständigung beitragen konnte und fuhr mit ihnen in einer Gruppe Gleichaltriger, in einem klapprigen Bundeswehrbus nach Belgien.

Dort veranstalteten wir ein Feste für ein Kinderheim und für ein Altenheim, besuchten Belgier in ihrem Zuhause und fuhren nach Brügge und Brüssel. Diese Reise, insbesondere der persönliche Kontakt zu dem Künstlerpaar, das ich besuchte, war augenöffnend für mich, wie anders und frei man leben kann.

Kennst du die NAP?

Meine Mutter hatte mich mit der Begründung vom Gymnasium genommen, es reiche doch, wenn ein Mädchen eine Ausbildung hat und dann heiratet. Wir reden von 1976. So begann ich mit 15 J. die Ausbildung zur Arzthelferin. Der Wunsch, studieren zu können, ließ mich dennoch nicht los. 

Jahre später fand ich einen Weg über die NAP – die Nichtabiturentenprüfung für besonders begabte Berufstätige. Der lag die Idee zugrunde, dass berufliche Bildung einen genauso hohen Stellenwert haben sollte wie schulische. Die Prüfungsvorbereitungen waren in der Abendschule. Das hieß, tagsüber zu arbeiten, abends zur Schule gehen, nachts tanzen zu gehen und irgendwann auch noch lernen. Bei der Prüfung 1,5 J. später ging es um alles oder nichts. Ca. 30 % schafften den Weg überhaupt bis dorthin. Endlich hatte ich freien Zugang zur Uni. Ich erinnere mich heute noch an das großartige Gefühl, auf dem Unicampus in Bremen zu stehen und zu denken:“Die Welt steht mir offen!“.

Wenn ich heute auf diese Wahnsinnszeit zurückblicke frage ich mich, wie ich das schaffen konnte. Aber ich weiß gleichzeitig auch warum: Weil ich es wollte

Bist du auch meerverliebt?

Daher wollte immer mal auf einer Insel leben. Um es kurz zu machen, nach dem Studium der Psychologie an der Uni Bremen suchte ich mir, nachdem ich beim Täter-Opfer-Ausgleich gearbeitet hatte, eine Stelle auf einer Insel. Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und schon auf dem Rückweg war mir klar, ohne die Insel Föhr wirklich zu kennen, wenn die mich nehmen, ziehe ich hierher. Eigentlich wollte ich nur für 1 Jahr bleiben, aber wie das so mit Provisorien ist, sie halten länger. Ich arbeitet Teilzeit als Psycho-Onkologin in einer Klinik für Krebskranke und baute mir gleichzeitige meine Selbstständigkeit auf. Die Insulaner vertrauten mir und mir wurden so manche Leichen gezeigt, die bei ihnen im Keller lagen. Ich wurde zu einer Person des öffentlichen Lebens auf Föhr – was auch eine sehr interessante Erfahrung war. Es war ein mutiger Schritt – aber weil ich es wollte, habe ich viele Möglichkeiten gefunden, mein Leben dort, übrigens die ersten Jahre ohne Fernseher, zu gestalten. 

Kennst du den weißen Neid?

Ich hatte viel Raum für Kreativität, die für mich ein Lebenselixier ist. Mein erstes Buch ist auf Föhr entstanden. Das ich eins schreiben wollte, das entdeckte ich durch meinen weißen Neid. Der weiße Neid unterscheidet sich vom grünen, das du neidisch bist, weil jemand etwas hat oder macht. Er ist der Hinweis auf eigenes Entwicklungspotential. Grüner Neid mißgönnt dem Anderen das, was er hat oder tut. Ich war immer neidisch, wenn ich auf dem Cover las, die Autorin, Jahrgang sowieso. Wenn sie jünger waren als ich, stachelte das meinen weißen Neid nur an. Ich erkannte, dass ich auch ein Buch schreiben will. Was ich dann auch, zusammen mit Claudia Fuchs, einer Freundin, tat.

Dieses erste Buch heißt Kraftquellen, persönliche Ressourcen für gute und schlechte Tage“ und ist zuerst in dem renommierten Klett-Cotta Verlag erschienen.

Auf Föhr entdeckte ich, auch durch meine schamanische Arbeit dort in einer ungenannten Tiefe, wie sehr das Meer eine Kraftquelle für mich und andere sein kann. Ich bot den Seelenflug an – schamanische Beratung.

Was steht auf deiner Bucket-List?

Auf meiner Bucket-List stand auch das wunderbare Berlin, wo ich nach Föhr hinzog. Ich hatte mich nach Berlin verliebt, und nach einem Jahr Fernbeziehung packte ich meine Koffer, kündigte, in dem Vertrauen, ich würde in Berlin schon was finden, und zog nach in die Hauptstadt.

Mein Geschäft, dass ich auf den Inseln aufgebaut hatte, konnte ich nicht dahin mitnehmen. Ich fing also wieder neu an. Und auch das schreckte mich nicht, auch wenn es, wie sich herausstellte, Berlin kein leichtes Pflaster war, um als Coach Fuß zu fassen, sondern ich ging, weil ich es wollte. 

Und wieder fand ich Wege, spannende Sachen zu machen.

Ich habe das LGBT-Beratungsprojekt IN&Out geleitet und war wieder beim Aufbau meiner Selbstständigkeit aktiv. Auf eine Art war es wieder ein mich neu erfinden.

Mein Inselchic – Barbourjacke, Jeans und Pullover war in Berlin ein Zeichen, dass man aus der Provinz kam. Ich änderte meinen Stil, denn in den Kiezen, in denen ich unterwegs war galt: Hauptsache kreativ gekleidet.

Meine Firma bekam einen Namen: GlücksHandwerk. Die Webseite gibt es heute nicht mehr. Meine Grundannahme war: Jeder kann seines Glückes Schmied sein, wenn er nur will. Auch hier liegt das Wollen und das Tun nahe beieinander.

Hamburg, meine Perle

Meine nächste Station war Hamburg. Meine Frau wollte eine neue Stelle haben, die sie in der Hansestadt fand. Und wir wollten näher an den älter werdenden Müttern dran sein, um ihnen zur Seite zu stehen, was sich bisher sehr bewährt hat. Letztendlich war es ein Geschenk für mich, meine Mutter begleiten zu können, als sie letztes Jahr starb. Und es war gut, ausgesöhnt mit ihr gewesen zu sein.

Für mich war Hamburg wieder ein Neuanfang. Ich wandelte mich von der Selbständigen zur Unternehmerin und arbeite primär mit Konzernen und KMU zusammen. Entwickelte Programme, Workshops und bekam einen Award für nachhaltige Unternehmensentwicklung verliehen. Das Ganze passiert alles noch analog.

Kann eine Psychologin digital sein?

Die Anzeichen des digitale Zeitalters bewegten mich. Ich wollte herausfinden, was die Digitalisierung für mein Unternehmen heißen kann und fange an, zu lernen, wie man einen Onlinebusiness aufbaut. Ich bin oft die Älteste in diesen Workshops – aber was soll’s. 

Meine ersten Erfahrungen, was online möglich ist, hatte ich übrigens schon auf Föhr, wo ich für Ärzte ohne Grenzen arbeite. Als Traumatherapeutin hatte ich die Gelegenheit, mit ihnen zu arbeiten und das bei langsamen Modem und schlechter Bildqualität. Ich dachte mir, wenn Traumatherapie (unter gewissen Bedingungen) per Skype funktioniert, geht alles andere auch online. 

Mittlerweile habe ich ein florierendes Onlinebusiness, habe Kurse zum Thema Geldbewusstsein entwickelt, die online zu kaufen sind und führe gerade, zusammen mit Denise Sonderegger, eine Jahresgruppe für Unternehmer*innen zum Thema „Neues Geldbewusstsein“ durch. 


Ab März’ 20 startet eine neue Wohlstands-Mastermind Gruppe für Unternehmer*innen, die den Sprung in die nächste Dimension wagen wollen. 

Auch wenn es mit dem Onlinebusiness nicht immer leicht war und es auch viel Technisches zu lernen gab, ich habe es geschafft, auch hier, weil ich es wollte. Ich mache Podcasts, Videos für Youtube, bediene FB genauso leicht wie Instagram und LinkedIn. Ich liebe es, regelmäßig Life-Videos zu machen und blogge. 

Ich bin immer wieder begeistert, welche Räume und Möglichkeiten sich mir eröffnen, nur weil ich etwas wirklich will. Und dann eben auch auslote und ins Handeln komme.

Ich war selbst überrascht, als mein Claim zu mir kam, wie sehr er Ausdruck meiner Lebenshaltung ist. 

Kaffeebohnen-Schritte

So hat diese Haltung auch dazu geführt, ein Trekking durch den Himalaya zu machen, obwohl ich nicht trittfest bin. Ich gebe zu, am Abend vor dem Start war ich den Tränen nah. Aber dann erinnerte ich mich daran, was ich sehr gut kann: Lernen und mich selbst liebevoll an die Hand nehmen. Ich hängte mich an die Tochter eines Bergwanderführers in unserer Gruppe dran und guckte mir ab, wie sie den Weg meistert. Am Ende des Trekkings konnte ich, trotz dünner Luft, ganz schön Tempo aufnehmen. Und dafür waren auch die Kaffeebohnen-Schritte gut, von der mir eine Freundin im Vorfeld erzählte. Weil du nicht so viel Sauerstoff hast, machst du eher kleine Schritte, als würdest du ein Böhnchen vor das andere legen 😉

Ich wollte es einfach erleben, auf dem Dach der Welt zu sein. Und ich sage dir, es war fantastisch. Mein Hochgefühl, dort oben zu zelten und dann noch einen Paß, der 4600 m hoch liegt, zu überqueren, kann ich mir immer wieder in Erinnerung rufen.  

Du wirst mutig, wenn du weißt, was du willst

Ich bin meeresverliebt und wollte wieder mehr an der See leben. Auch das habe ich, gemeinsam mit meiner Frau, realisiert. Man wird mutig, wenn man weiß, was man will. Fokussiert auf das Ziel, das mit meinen Wünschen und Werten untermauert ist, wird vieles möglich, was man sich sonst nicht zu träumen gewagt hätte.

Und damit auch Andere in den Genuss von mehr Meer kommen, biete ich meine Richness-Retreats in Heiligenhafen an. Die Kraft der Natur ist ein wunderbarere Partnerin an den Wochenenden, an denen die Business Retreats stattfinden.

Do you speak English?

Und, last but not least. Ich reise ja so gern und liebe es, mich mit Menschen überall auf der Welt austauschen zu können. Du weißt schon, meine Neugier… 

Ich wollte, da ich internationaler arbeiten wollte, besser Englisch sprechen können. Meine Englischlehrerin Tracy lebt in Südafrika – auch das ist ein Vorteil der Digitalisierung. Ich kann online ortsunabhängig lernen, egal, wo ich gerade auf Geschäftsreise bin.

Mittlerweile spreche ich auf internationalen Konferenzen, gebe Workshops mit Teilnehmern aus aller Welt, und arbeite online mit Klienten auf Englisch. Für mich ist das nicht so selbstverständlich. Ich bin einfach dran geblieben, diese Sprache zu lernen, weil ich es wollte. 

Niemand ist eine Insel

Und natürlich ist mir klar, dass ich begleitet bin, denn niemand ist eine Insel. Ich bin eingefügt in diese Welt, mit allem Sichtbaren und Unsichtbaren. Und ich bin eingebunden das Netz der Menschheit.

Meine Lebenshaltung, die sich in meinem Claim äußert, hilft mir, Chancen zu sehen, zu ergreifen und den Mut zu finden, etwas zu tun, selbst wenn ich mal Angst habe. 

Das hat mich zu der Unternehmerin gemacht, die ich heute bin. Und das kommt meinen Kund*innen zugute, die im Wohlstand leben und ihr Business voranbringen wollen.

Ich kann es, weil ich es will.

Deine Renate

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