Das ist eine der häufigsten Fragen, die Menschen mir zu Beginn eines Coachings stellen. Ich kann verstehen, warum diese Frage wichtig ist, da wir in Deutschland gewohnt sind, bei einer Behandlung die Versichertenkarte rüber zu reichen. Und da genau liegt des Pudels Kern.

Selbstverständlich zahlt das nicht die Kasse.

Die Krankenkasse zahlt nur dann etwas, wenn eine Krankheit im Sinne des ICD -10 – des internationalen Katalogs der Krankheiten, diagnostiziert wurde. Das kann genauso ein Schnupfen sein wie eine Depression. Wenn also eine Krankheit vorliegt, zahlt auch die Kasse. 

Eine Grundvoraussetzung beim Coaching hingegen ist, dass ein gesunder Mensch kommt, der sich in den unterschiedlichsten Bereichen seines Lebens entwickeln will. Damit investiert man in sich selbst. Sollte man als Coach merken, dass eher eine mentale Erkrankung vorliegt, ist das ein Grund, dem Menschen zu empfehlen, erst einmal eine Therapie und dann im Anschluss gern ein Coaching zu machen. Das ist ethisches Handeln.

Bist du also gesund oder krank – dann weißt du, wer zahlt.

Willst du ein Patient oder ein Klient sein?

Entscheide dich, weil es grundlegend für den weiteren Prozess ist. 

Wenn du ein Patient, ein im klassischen Wortsinn Erduldender bist, dann leidest du an einer Krankheit, die behandelt werden soll. Das heißt, eine Ärztin oder Psychologin soll kommen, ein gutes Medikament oder wahlweise eine gute (Psycho-) Therapie für dich haben. Wie von Zauberhand soll die Krankheit weggezaubert werden. Nicht umsonst haben die frühen Heiler auch mit Magie gearbeitet, weil es in das Bild des Patienten passte, wie Heilung geschehen soll.

Der Patient bleibt in all dem auf eine Art passiv, denn die Gesundung wird von Außen zugeführt. Sobald eigene Aktion nötig ist, wie z.B. sich regelmäßig zu bewegen, um z.B. eine Depression darüber auch zu regulieren, oder sich das Rauchen abzugewöhnen, wird es schon etwas schwieriger. 

In China wurde der Arzt geköpft, wenn der Mensch krank wurde

Das Verständnis ist offenbar so wie im alten China, wo der Arzt nur so lange bezahlt wurde, wie der Patient gesund blieb. In wieweit das Mitwirken des Patienten dabei einbezogen wurde, ist nicht überliefert. Der Patient hat also eine Krankheit, die er loswerden will. Und der Arzt soll sie ihm nehmen, was, wie die Praxis zeigt, oft nicht im Sinne des Patienten gelingt. Unter anderem auch dadurch, dass die Mitwirkungspflicht, so das Wort, vonseiten des Patienten im ursprünglichen Sinne des Wortes gar nicht impliziert ist.

Ein Klient ist jemand mit einem Ziel

Wieso, wirst du vielleicht denken, auch ein Patient hat ein Ziel, nämlich gesund zu werden. Ja, das stimmt, aber das Verständnis ist, das die Hilfe von außen kommt. 

Die Klientin oder auch Coachee hat einen Plan und ist sich bewusst, dass sie ihre Fähigkeiten ausbauen will, um ihr Ziel zu erreichen. Das heißt, die Hilfe kommt im Grunde von innen, durch gute Fragen und Interventionen des Coaches hervorgelockt. Als gesund gilt ein Mensch, der Zugang zu seinen Ressourcen hat, also die Fähigkeit, mit sich selbst so umzugehen, dass es ihm damit gut geht. Und bei Gesundheit ist die Kasse nicht zuständig. Ist ja logisch. 

Ein Klient ist also ein Mensch, der sich weiterentwickeln will und daher in sich investiert. 

Was man übrigens eine Investition in Humankapital nennt. Wer heute denkt, nicht mehr lernen und sich entwickeln zu müssen, geht aus meiner Sicht perspektivisch unter. Ich höre das oft in den Firmen: “Der ist ja schon 50. Der muss oder wird nicht mehr lernen.“ Da fällt mir doch innerlich die Kinnlade runter. 

Wenn wir davon ausgehen, das wir im Durchschnitt 90 Jahre alt werden, kannst du dir schnell vorstellen, wie weit du mit dieser Haltung kommen würdest.

Du fliegst aus der gesellschaftlichen Teilhabe raus. 

Ich habe das bei meiner 80jährigen Mutter gesehen, die, und das ist nur eine kleine Sache, keine Zugfahrkarte online oder am Automaten kaufen konnte. Zum Glück gibt es derzeit noch Schalter, wo dies möglich ist, aber auch das ist absehbar und mit Mehraufwand verbunden.

Ein Coachee will seine Fähigkeiten ausbauen

  • Ich will mehr Umsatz machen. 
  • Ich will zielführender mit meinen Angestellten kommunizieren können. 
  • Ich will eine neue Strategie für meine Firma entwickeln. 
  • Ich will lernen, meine Life-Balance zu verbessern. 
  • Ich will meine Rolle als Führungskraft überdenken festigen. 
  • Ich will an meiner Karriere arbeiten. 
  • Ich will krisenfester werden. 
  • Ich möchte besser in Konfliktgesprächen werden. 
  • Ich möchte mehr Zeit für mich und meine Arbeit besser organisieren können. 
  • Ich möchte…

Dein Wille ist entscheidend

Als Coachee möchtest du, dass etwas Neues dazu gekommen. Du willst nicht, das etwas, wie eine Krankheit, von dir weggenommen wird, sondern du möchtest deine Kompetenz und deine Komfortzone erweitern. 

Spüre nach, bist du krank, dann zahlt das, was du brauchst, zumindest meist die Kasse. Und im Grunde übernimmt sie ja nur die Rechnung, weil du schon vorher Geld in sie eingezahlt hast.

Wenn du dich gesund fühlst, dann ist Coaching eine Investition in dich selbst, was übrigens auch als Business Coaching steuerlich absetzbar ist.

Coaching bringt mehr

Kennst du den ROI – Return of Investment? Dem liegen Studien zugrunde, das der Wert, den das Coaching bringt, das 5- 7fache der Ausgaben ist. 

You’ll never walk alone

Und mal ganz davon abgesehen. Was wäre Fussball ohne Coaches? Warum ist man bereit, im Leistungssport für „nur Reden“, wie mal eine Frau zu mir sagte, Geld auszugeben? 

Weil der eigene Kopf rund ist und man nur im Kreis denken kann. Ein Coach hilft dir, dich zu entwickeln, neue Kompetenzen aufzubauen. Er schaut mir dir nach vorne, auf den Ziel und erarbeitet mit dir alles was dir hilft, dein Ziel zu erreichen und über dich hinaus zu wachsen. 

Und: er trägt dich nicht dorthin, denn dann wärst du wieder der Patient, der Erduldende, mit dem etwas gemacht wird. 

Bist du bereit?

Du merkst schon, es geht hier letztendlich um Selbstverantwortung. 

Bist du wirklich Willens, etwas zu verändern? 

Bist du wirklich bereit, dafür Zeit, Geld und Hirnschmalz auszugeben? 

Dann bist du bereit für einen Coach. –

Du hast die Wahl wer du bist